Der Leber zuhören

Shownotes

Diesmal wird es praktisch: Ich nehme dich mit auf eine kleine Reise mit deinen Händen.

Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, was du wahrnehmen sollst, sondern wie sich Wahrnehmung auf dem Weg von Oberfläche und Umgebung in die Tiefe verändern kann. Denn Anatomie in der Praxis beginnt nicht erst an der Zielstruktur. Eine Einladung, genauer hinzuspüren, neugierig zu bleiben und Unterschiede zunächst stehen zu lassen.

Fragen oder Themenvorschläge? michaela.mejstrik@upledger.at

Der Podcast ersetzt weder medizinische Diagnostik bzw. Behandlung noch eine Osteopathie-Ausbildung.

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00:00:02: Willkommen bei Osteopathie mit Präzision, den Podcast für klinisches Denken und Manuelles Arbeiten.

00:00:10: Mein Name ist Michaela Mistrik und ich nehme dich in meinen Alltag mit der Osteopathie in klinische Fragen praktischer Erfahrungen und neue Blickwinkel.

00:00:35: Wann hast du denn das letzte Mal deiner eigenen Leber zugehört?

00:00:39: Diese Übung, die ja ganz oft am ehemaligen Anfang einer Osteopathie Ausbildung steht ist etwas was ganz leicht an einem selbst durchzuführen ist und man kann damit oder dadurch ganz wesentlich tiefen Gewebearten im Körper differenzieren üben um dann natürlich auf der richtigen Ebene gezielte Impulse zu setzen.

00:01:02: Das heißt Heute möchte ich dir gerne mitnehmen in eine angeleitete Übung für die Wahrnehmungserfahrung.

00:01:11: Ich lade dich ein, dir eine entspannte Sitzposition zu suchen.

00:01:17: Deine Arme sind bequem abgelegt wobei du es darauf achten solltest dass dein rechter Arm also deine rechte Handfläche vor allem lateral und ventral an der Leber liegt sprich am Rippenkorb rechts dem an der Unterkante zu folgen und dort deine Ulnerkante der Hand auflegen.

00:01:36: Und dann liegen die Fingern im Leberbereich bequem ab, Fingen sind sozusagen auch medial und kranial ausgerichtet.

00:01:46: Achte aber darauf dass auch jetzt wo du deinen Leber kontaktierst oder den Leber Bereich kontaktiert dein Arm bequeme liegen kann!

00:01:57: Wenn du hier auf dieser ersten Ebene erkommst diesen Kontakt aufbaust Gilt es schon, die Haut wahrzunehmen?

00:02:05: Diese erste Schicht mit der wir immer in Kontakt sind aber auf die wir oft ganz wenig achten.

00:02:13: Welche Eindrücke kannst du denn auf der Hautebene schon sammeln?

00:02:20: Wie ist die Temperatur?

00:02:24: Gibt es vielleicht Bereiche wo du Spannungen oder Züge wahrnehmen kannst?

00:02:32: wie ist die Konsistenz?

00:02:36: Hast du das Gefühl, es gibt irgendwo mehr Nachgebigkeit?

00:02:39: Weniger Widerstände?

00:02:41: vielleicht hast du auch vielleicht irgendwo ein Gefühl von Aktivität unter deinen Händen.

00:02:52: Und sei euch immer offen dafür dass es vielleicht anderes sind des Kanäles sind die dir etwas von diesem Bereich vermitteln möchten.

00:03:00: Vielleicht taucht vor deinem inneren Auge eine Farbe auf an den Musik.

00:03:05: ich höre manchmal Konsistenzen Geräusche eben Bilder.

00:03:10: sei ganz offen für verschiedene Sinneskanäle, die dir etwas vermitteln möchten.

00:03:26: Und dann verstärkst du deinen Druck ganz leicht und kommst in die Ebene des Sub-Gothanengewebes, Fettgewebe, Superfissiale Faszie.

00:03:36: Das sind sehr diffuse Ebene für uns von der Wahrnehmung her weil die Strukturen noch nicht klar ausgerichtet sind und wird häufig was warmes, vielleicht zerfließendes beschrieben.

00:03:51: nur ganz spannend Wie nimmst du es jetzt an dir?

00:03:57: Welche Eindrücke, welche Sinneswahrnehmungen entstehen bei dir wenn du diese subkotane Gewebeschicht berührst.

00:04:19: Und dann singst du eine Ebene tiefer.

00:04:20: wir kommen im Endeffekt zu einer Muskellebene die Muskelschichten außerhalb des viszarellen Raumes zum Beispiel Saratus muskulatur ist etwas Aktives Und das würde mich interessieren, wie du für dich jetzt diese Ebene wahrnimmst.

00:04:40: Kannst du vielleicht diese Aktivität der Muskulatur spüren oder was wir eindrücken?

00:04:45: Was für Wahrnehmungen sind denn für dich etwas wo du es dann als Muskulatur identifizieren kannst zu anderen Ebenen auch differenzieren kannst dadurch und ich lade dich ein gewisse Vorannahmen die aus Vorerfahrungen entstehen und ja auch sehr wertvoll sind ein bisschen zur Seite zu stellen und ganz offen zu sein, wie es sich im Demoment anfühlt.

00:05:16: So wie Kinder die was Neues ausprobieren und total begeistert sind.

00:05:21: Noch einmal mit einem neuen Blick hinzuspüren auf eine Muskelebene.

00:05:33: Und dann gehen wir die nächste Ebene.

00:05:35: Das wäre jetzt der Rippenkorb zwischen den Rippen also zwischen den knöchern Antallen das ist ja auch ein sehr bekanntes Gefühl.

00:05:42: Knochen Die dichteste Form von Windegewebe sitzen ja aber auch wieder in Muskeln, die interkostalen Muskeln.

00:05:49: Also hier ist auch wieder was Angesteuertes, etwas Aktives.

00:05:53: Wie stellt sich für dich in den unterschiedlichsten Sinneseindrücken denn die Ebene von Rippen also Knochen und Muskulatur da?

00:06:18: Und wenn wir dann eine Ebene tiefer sinken engst ein bisschen davon ab wo deine Hand genau liegt bzw.. wie groß du bist und deine Hand ist.

00:06:28: Vielleicht erwischst Du jetzt auch noch im kranialeren Abstitt Ausläufer der Lunge, ausläufe der Pleurerpareatale Und gerade die Pleurer, gerade diese Faszienschichten sind eine Gleitebene.

00:06:44: Wenn du da ankommst auf dieser Ebene, dann ist es wie wenn du auf deiner Plane bist, auf der du dich in verschiedene Richtungen bewegen kannst.

00:06:52: Plane ist aber etwas was sich eher noch zweidimensional anfühlt mit vielen Richtungen indem man bewegen kann.

00:07:00: Also schau mal ob sich diese Ebene auf deinen Händen austut Wie gesagt abhängig davon auch von deiner Körpergröße um dort zu spüren wie Widerstände sind Spannungen vielleicht sind Züge.

00:07:17: Wie ist denn diese Gleitfähigkeit?

00:07:33: Die nächste Ebene, die du dann erreichst, ist das Zwerchfell.

00:07:37: Hier gibt es absolut muskuläre Aktivität, Kontraktion und wieder die Entspannungen, die dem Atemrhythmus natürlich folgen.

00:07:45: Und jetzt wird's ganz spannend!

00:07:47: Vielleicht kannst Du sogar diesen Atemrythmus auf Ebene des Zwerchs als wahrnehmen... Da kannst du dir das kombinieren, dass du die Atmung siehst vielleicht an dir selbst.

00:07:56: Dass du sie spürst.

00:07:58: aber vielleicht spürest du sie auf dieser tiefen Ebene des Zwerchfelds sogar.

00:08:18: und wenn du den Druck jetzt nochmal ein bisschen verstärkst noch mal etwas tiefer singst.

00:08:24: kommst du zu den Faszienschichten des Bauchraums Die Fasziatransversale Und die Schichten des Peritoneums.

00:08:31: Das Peritonium Barriertale und dann auch schon das Peritonium Viscerale der Leber.

00:08:37: Also du kommst wieder zu seiner Gleitebene von Faszienblättern.

00:08:42: Eben dieses Gefühl von einer Plane, das Gefühl auch ich vergleichse doch gerne mit einem Eislaufplatz wo du in alle Richtungen weggleiten kannst und untersuche für dich ja diese Gleitfähigkeit.

00:08:54: die Beweglichkeit gibt es wenn du da im Kontakt kommst züge Du wirst eto irgendwie hingezogen was auf Spannungen hindeuten könnte Und trotzdem auch die anderen Sinne sein drücken.

00:09:10: Wie ist die Temperatur dort, wie ist die Konsistenz von diesen Faszien?

00:09:15: Was für verschiedenste Farben oder Geräusche machen die denn?

00:09:37: und wenn du jetzt noch eine Ebene tiefer einsingst, kommst du zur Leber.

00:09:43: Das ist ja das Ziel unserer Reise.

00:09:46: Leber ins spezifisches Organ, im Blut gefülltes Organ, ein Organ mit ganz viel Aktivität.

00:09:52: Die Fabrik Unsere Energie im Körper, wie spürt sich deine Leber im Moment für dich an?

00:10:03: Was erzählt sie dir wenn du ja zuhörst.

00:10:19: Vielleicht magst Du Dich oder auch darin üben oder es ausprobieren diese verschiedenen Schichten der Leber selbst noch wahrzunehmen.

00:10:28: Da gibt's ja zuerst die glissonsche Kapsel, die sie umhüllt und innen drinnen dann diese Zellen, die Leberzellen selbst Und ein ganz starkes Fließen, weil ja eben so viel Blut durchströmt.

00:10:41: Vielleicht tun sich auch unterschiedliche Wahrnehmungen auf wenn du an diese für mich jetzt gerade mal drei verschiedenen Strukturen die Kapsel, die Lieberzeilen und die Flüchtigkeiten darin denkst oder auf sie hinfokussierst?

00:11:22: Dann lade ich dich ein nochmal ganz spielerisch zwischen den Ebenen zu wechseln den Druck etwas nachzulassen, um vielleicht unter Leber noch mehr zu den Faszien zum Zwerchfüll zu reisen.

00:11:39: Wieder ein bisschen rein und wieder ein bisschen raus.

00:11:41: Sich nochmal zu üben darin diese verschiedenen Ebenen bewusst auch dann aufzufinden, um eben dann auf je noch befohnt oder einer gewissen Ebene deine Impulse setzen zu können.

00:11:55: Und auch hier sehe ich da immer gerne das Bild von Kindern, die eben auch wenn sie etwas bekommen ja aus jeder Richtung und jede Tiefe erkunden wollen und es zerlegen wollen und wieder zusammensetzen.

00:12:08: Also diese kindliche Neugier nimmt ihr mit und versuche dich noch in diesen Ebenen zu spielen.

00:12:47: Dann verabschiedete ich euch langsam aus der Tiefe, aus diesem Fokus zu deiner Liebe, zu deinen Gewebe und kehr Stück für Stück an die Oberfläche zurück, sowohl mit deinem Fokus als auch natürlich mit deinen Kontaktdruck.

00:13:02: Bist du wieder auf der Haut ankommst?

00:13:04: Auf der erstesten Ebene, mit der wir gestartet haben?

00:13:08: Und löse dann ganz achtsam deinen Kontakt, deinen manuellen Kontakt!

00:13:20: Ich hoffe dass du dir ein bisschen... Wieder daran erinnern konntest, wie sich die Wahrnehmung ja verändert am Weg zu einer Struktur.

00:13:30: Wie unterschiedlich ist es zwischen Oberfläche und Tiefe manchmal?

00:13:35: Und vielleicht auch so dahin warst das es wichtig ist, Wahrnehmen nicht vor schnell zu interpretieren sondern im ersten Moment zusammen und später wichtige Schlüsse daraus zu ziehen!

00:13:49: In nächster Zeit, diese Übung vielleicht mehrfach an dir zu tun.

00:13:53: Denn ist denn jeder Tag gleich?

00:13:54: Wie fühlt sich es anders an am nächsten – übernächsten Tag oder auch nochmal an Freunden und Familie um noch mal ganz bewusst wahrzunehmen wie verschieden wir Menschen sind?

00:14:07: Denn Anatomie wird durch die Erfahrung lebendig!

00:14:22: Schau für dich, auf welcher Ebene dich diese Folge berührt hat und dann viel Freude mit deinen Erkenntnissen in deinem klinischen Alltag.

00:14:31: Danke dir fürs Zuhören!

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